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Review: Saitek Radio Panel

Wenn noch das richtige Geschenk unter dem Weihnachtsbaum fehlt, wie wäre es dann mit Flugsimulationshardware? Die Zeiten der überteuerten Monopole sind vorbei und mit der Wirtschaftskrise liefern sich Saitek und andere Hardwarehersteller einen erbitterten Kampf um die FS-Hardware mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Eines der Produkte, welches das Elektronikunternehmen Saitek in den Kampf geschickt hat, ist das Pro Flight Radio Panel. Mit dem dritten Panel aus der Pro Flight Reihe hat Saitek seine Cessna Cockpit Nachbildung nun fast komplettiert und endlich einen großen Wunsch der Simmercommunity erfüllt: Das Panel ist nicht nur mit dem FSX, sondern auch mit dem FS9 kompatibel! Doch nicht nur das „rockt around the christmas tree“, also beginnen wir von vorn.

Kauf und Lieferung

Wie bei einem Großteil der Saitek Produkte ist auch das Radio Panel auf der Herstellerwebsite um einiges teurer als bei anderen Shops. Im Weihnachtsgeschäft rühmt sich der Saitek Shop immer noch mit stolzen Preisen um die 150 Euro, während bei gängigen Preissuchmaschinen im Internet bereits die Preisalarmglocken bei 80 Euro läuten.
Wir immer beläuft sich der Lieferumfang auf das Panel selbst und eine vollständig Toolbox samt Plastikgestell zur Fixierung am Pro Flight Yoke, passenden Schräubchen und Klettstreifen (falls sich wirklich ein Simmer das Panel auf den Mahagonischreibtisch kleben mag). Auch eine Software-CD und ein kleines Manual sind enthalten. Auch in punkto Verpackungssicherheit gibt es wieder volle Punktzahl.


Die Hardware und deren Einrichtung

Aus der Krise in die Krise. Lange war die Materialpolitik bei Saitek ein viel diskutiertes Thema. Wurden doch früher höchstattraktive Materialien wie gebürstetes Metall verwendet, waren viele Realpiloten und eingefleischte Simmer doch arg enttäuscht, als sie das Plastikgehäuse des ersten Panels (Switch Panel) der Pro Flight Reihe in den Händen hielten. Auch wenn das Instrument Panel in punkto Stil mit den anderen Panels absolut nicht vergleichbar ist und zeigt, was Saitek eigentlich kann, handelt es sich beim Radio Panel leider wieder um ein Gerät im Plastik-Spielzeugbagger Look. Es wäre aber unrecht zu sagen, dass das Panel nicht denen in einer echten Cessna ähnelt - denn das tut es durchaus. Wenn auch das Panel im Layout einen Kompromiss zwischen verschiedenen Komponenten gefunden hat, ähnelt es doch stark der oft in Cessnas eingebauten Bendix Radiogruppe.

Die Einrichtung des Bendix Imitates verlief ohne weitere Probleme. Selbst der Weihnachtsmann wird wohl einen USB Stecker und ein CD-Laufwerk zu bedienen wissen; so sollte dies auch für keinen Simulanten ein Hindernis darstellen. Programmiert oder eingerichtet werden muss die Software ebenfalls nicht und sobald sich der Treiber auf dem System befand, machte das Radio Panel mit jedem Start des FS genau was es sollte: Es funktionierte.

Bedienung

Mit dem ersten Erleuchten der vier Bildschirme konnte ich also mit den eigentlichen Tests beginnen und widmete mich zuerst der Umsetzung der Knöpfe. Das Panel besitzt insgesamt vier Drehknöpfe und zwei normale Buttons für den Frequenzwechsel. Während die mit Hintergrundbeleuchtung ausgestatteten Buttons einwandfrei funktionieren, muss ich die Drehknöpfe kritisieren. Die sich links befindenden Knöpfe zur Auswahl von NAV1/2, COM1/2, ADF, DME und Transponder lassen sich derartig schwer drehen, dass es tatsächlich in Arbeit ausartet, die Funktion zu wechseln. Ob sich die Drehknöpfe mit der Zeit abnutzen und dann leichter drehen lassen, habe ich trotz aktiver Benutzung noch nicht herausfinden können: Derzeit sind sie noch stocksteif.
Die sich rechts befindenden, doppelten Drehknöpfe für die Frequenzveränderung lassen sich sehr viel angenehmer bedienen und imitieren das Gefühl kleiner Zahnrädchen im Hintergrund ausgezeichnet. Allerdings muss man etwas Fingerspitzengefühl entwickeln, um die Frequenz auf Anhieb richtig einzustellen. Besonders genau sind die Knöpfe nämlich leider nicht, sodass man schnell über die gewünschte Position hinaus dreht.


Ein großes Problem bei der Kompatibilität zwischen FS9 und FSX stellten bisher immer die unterschiedlichen Informationsplattformen dar. Während im FS9 das wohlbekannte FSUIPC Informationen zwischen FS und Hardware austauscht, hat im FSX das neuentwickelte Tool Simconnect diese Aufgabe übernommen. Bisher hat Saitek ausschließlich Pro Flight Produkte mit Simconnect-Unterstützung vermarktet und den Usern meist lediglich ein SDK zum selber basteln überlassen. Deshalb ist es schön zu sehen, dass das Unternehmen nun aus dieser Angewohnheit ausgebrochen zu sein scheint und mit dem Radio Panel die erste FSUIPC- und Simconnect-fähige Hardware veröffentlich hat.

Eines kann ich mit Zufriedenheit sagen: Das Panel ist absolut verlässlich. Ich selbst hatte auf insgesamt vier Testsystemen nie Probleme mit der Hardware, und auch die Supportforen Saiteks sind für das Radiopanel derart mager bestückt, dass die wenigen Probleme von vereinzelten Nutzern wohl möglicherweise auf deren eigene Systeme zurück zu führen sind. Wer sich also für das Panel entscheiden sollte, kann mit ruhigem Gewissen ein verlässliches Produkt kaufen.

Add-ons und andere Hardware

Das Radiopanel scheint einwandfrei mit Add-on Flugzeugen zu funktionieren. Ich hatte bei meinen Tests sowohl im FSX als auch im FS9 keine Probleme. Hin und wieder soll es wohl Komplikationen mit dem NAV1 der LevelD 767 im manuellen Modus gegeben haben, dies kann ich aber nicht bestätigen.

Der Test mit den anderen Hardwarekomponenten von Saitek fiel außergewöhnlich positiv aus und übertraf meine Erwartungen. Obwohl zum Teil komplexe Abläufe stattfinden, stören sich die einzelnen Instrumente nie und verbrauchen auch parallel betrieben nur einen fairen Prozentsatz an Arbeitsspeicher und Prozessorleistung. Mit meinem System aus einem 3.3 GHz Q6700 Quad Core, 4 MB RAM und einer GeForce 8800GTS Grafikkarte habe ich bei angeschlossenem Saitek Yoke und Throttle, Pedalen, Multi-, Radio-, und Instrument Panel keine Performanceveränderungen beobachten können.
Darüber hinaus hatte ich noch die Möglichkeit, mehrere Radio Panels im Parallelbetrieb zu testen. Auch dies funktioniert einwandfrei und die einzelnen Radio Panels stören sich nicht im Geringsten.
Dem Heimcockpit von Saitek steht also rein performancetechnisch nichts im Wege! Wie das Radio Panel mit Gamecontrollern der Konkurrenz agiert, wurde nicht getestet.


Fazit

Auch mit dem dritten Geschwisterteil der Pro Flight Panel Reihe bleibt Saitek seiner Linie treu und verkauft funktionierende Hardware. Schwächen konnte ich lediglich in der Bedienung der Drehknöpfe erkennen, die sich entweder zu schwer oder relativ empfindlich bedienen ließen. Allerdings ist dies kein Fakt, der den Spielspaß und somit eine Kaufempfehlung gefährden sollte. Für Flugsimulatorpiloten, die es satt haben, ihre virtuellen Cockpits mit der Maus zu bearbeiten und mit Unterpanels für Radio und Co. umher zu jonglieren, bietet sich hier die kostengünstigste Möglichkeit eines reinrassigen Radio Panels auf dem Markt. Für das Pro Flight Radio Panel von Saitek singen also die Englein und ich freue mich, gerade vor dem Weihnachtsfest ein potenzielles Weihnachtsgeschenk empfehlen zu können.


 

Sabine Schubert für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 15.12.2009 | Counter: 2034 Besucher


Kommentare
von Steven
geschrieben am 30.12.2009 um 12:37:46
4MB RAM sind aber wenig mh? ;)
von Kritiker
geschrieben am 17.12.2009 um 14:31:00
Liebe Sabine, das einzige was halbwegs erinnern kann, ist des schwarze Plastik und die rote Schrift (die beim echten Bendix übrigens eher orange gehalten ist). Scheinbar hast Du noch nicht so viele gesehen...

Es ist übrigens scheinbar ein Kombigerät für Com1, Com2, Nav1, Nav2, DME, ADF und XPDR. Damit wären 5 Geräte kombiniert, die von ihrer Funktion her nichts gemeinsam haben... aber über dasselbe Display bedient werden. Also ich halte das für sinnfrei. Vor allem, weil es eben jene 5 Geräte gleich doppelt gibt... Merkwürdig. Die einzige realistische Schaltung wär dann Com1 oben, Nav1 unten...

Bedanke dich nicht für meine Kritik, wenn du sie nicht hören willst. Ich habe nicht gesagt, dass ein Bendix nachgebildet wurde, oder dass du das behauptet hast. Durchaus aber, dass KEINE Ähnlichkeit besteht, und die unterstellst du.

Naja, macht keinen Sinn weiter zu referieren...
von Sabine von FS.com
geschrieben am 16.12.2009 um 01:33:14
Vielen Dank für deine Anmerkung, Kritiker.
Um die Review zu zitieren "[b]Wenn auch das Panel im Layout einen Kompromiss zwischen verschiedenen Komponenten gefunden hat, ähnelt es doch stark [b]der oft in Cessnas eingebauten Bendix Radiogruppe."

Niemand hat behauptet, dass genau ein Bendix nachgebildet wurde. Es geht um den Stil der Nachbildung. Ich glaube, ich habe genügend reale Bendix gesehen, um mich an selbigen Stil erinnern zu können.

Und warum ist deiner Meinung nach ein Panel nicht gut, weil es zusätzlich noch einen Transponder hat?
Jeder, der die Standard Cessna im FS lädt, weiß, dass dort in den Funkgruppen der Transponder immer einzeln eingebaut ist. Dass Saitek die XPDR Gruppe mit einem kleinen Kniff dazugepackt hat und so der Simmer sogar Geld für Extrahardware spart, ist doch super! Jeder weiß, dass FS Panels nur die Maus durch echte Schalter ersetzen. Wer das ewige Mausklicken satt ist und ein Radio Panel möchte, ist sicherlich für diese unschlagbaren Preis super bedient.
von Kritiker
geschrieben am 16.12.2009 um 00:58:25
Bitte wo ähnelt das Ding einem Bendix-Gerät? Das MK12D ist das am ehesten ähnliche, und das wäre nun auch wirklich weit hergeholt, zumal es eine derartige Umschaltung von XPDR und Com und Nav einfach nirgends gibt.
Vielleicht ein nettes FS-Hardware-Gimmick, aber sicherlich nichts, was annähernd an eine Simulation rankommt - es ist eben nur ein Eingabepanel und das geht mit der Maus genauso.

Hier wurde mal wieder ein bisschen zu viel Honig ums Maul geschmiert... Scahde!

 

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