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Review: PMDG McDonnell Douglas MD-11

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Einleitung

Kaum ein Projekt hat die Flusi-Gemeinde so intensiv und dauerhaft beschäftigt, wie dies die PMDG MD-11 während Jahren (ja gar einem halben Jahrzehnt!) geschafft hat. Ob auf Flughafenterrassen, an Stammtischen oder in Foren: Die „ewig Verspätete“ war stets ein beliebtes Gesprächsthema!
Dies ist mehr als verständlich: Der elegante Trijet erfreut sich als langjähriges Rückgrat der legendären Swissair sowie der Lufthansa Cargo gerade im deutschsprachigen Raum grosser Beliebtheit. Gelegenheit, diese Faszination im heimischen Flugsimulator auszuleben, gab es jedoch kaum: Bis zum Release durch PMDG war die MD-11 eines der wenigen Flugzeuge, das noch nicht in einer realitätsnahen Umsetzung verfügbar war.
Nach fünf Jahren Ungewissheit, wie, wann, und ob überhaupt der Elfer „vielleicht irgendwann einmal mit viel Glück doch noch kommen könnte“, war es am 14. Oktober endlich so weit: Der Trijet fand seinen Weg in den FSX-Hangar, zwei Monate später war er auch für den FS9 verfügbar.
Sind damit jegliche MD-11-bezogenen Konversationen ein für allemal erstickt worden? Weit gefehlt! Während die eine Fraktion das Addon als revolutionären, technisch unerreichbaren Segen für die Szene in den Himmel lobt, mokiert sich der andere Teil über ein auch nach fünf Jahren Entwicklungszeit noch fehlerhaftes, dafür schrecklich überteuertes Produkt.

Ob die MD-11 den von Preis, Entwicklungszeit und wohl auch einer Prise Hoffnung geschürten hohen Erwartungen gerecht werden kann, versuchen wir hier aufzuzeigen.


Geschichte

Auch in der Realität war die Entwicklung der MD-11 ein langwieriger und steiniger Prozess.
Schon sechs Jahre nach dem Erstflug der DC-10, machte sich McDonnell Douglas Gedanken zur Herstellung eines modifizierten Abkömmlings mit dem Projektnamen „Super 60“: Der Rumpf sollte gestreckt, der Luftwiderstand reduziert und die Tankkapazität gesteigert werden. Mehrere Zwischenfälle mit DC-10 sowie eine Baisse in der Airlineindustrie liessen das Projekt aber früh sterben.
1981 folgte ein zweiter Anlauf: Unter dem Projektnamen MD-100 wurden an den DC-10 die damals revolutionären Winglets getestet, ebenfalls wollte man die Trijets mit verbesserten Triebwerken ausrüsten. Auch dieses Vorhaben scheiterte jedoch, diesmal an der angespannten finanziellen Lage des Herstellers und am Ausbleiben weiterer DC-10-Bestellungen.

1984 erlebte die Aviatikbranche schliesslich einen erneuten Aufschwung, der auch McDonnell Douglas wieder zu mehr liquiden Mitteln verhalf. Mit zwei verschiedenen Versionen namens MD-11X-10 und MX-11X-20 (längerer Rumpf; kürzere Reichweite) machte man sich auf, Kunden zu aquirieren.

Zu Beginn des Jahres 1987 konnte das Projekt auf Basis von 52 Bestellungen von zehn Airlines (darunter Alitalia, Finnair und Swissair) gestartet werden. Am 9. März 1988 wurde mit der Fertigung begonnen, im September des darauffolgenden Jahres konnte der (verspätete) Rollout gefeiert werden. Der Erstflug erfolgte schliesslich am 10. Januar 1990. Knapp ein Jahr danach, am 7. Dezember, konnte das erste Exemplar an Finnair ausgeliefert werden.

Insgesamt wurden 200 Maschinen hergestellt, ein Wert, der weit hinter der Planung von 300 Stück zurück blieb. Heute fliegt die MD-11 nur noch bei Finnair (6 Stück, Ausflottung bis März 2010) und KLM (10 Stück, Ausflottung bis 2015) im regulären Passagierbetrieb. Hingegen erfreut sich der Trijet als (originärer oder konvertierter) Frachter grosser Beliebtheit, so unter anderem bei FedEx (58 Stück), UPS (36 Stück) und Lufthansa Cargo (19 Stück).


Kauf / Installation / Handbuch

Der lange steinige Weg der Entwicklung dieses Addons, und die Arbeit, die investiert wurde, drückt sich im hohen Anschaffungspreis aus. PMDG verlangt 80 Dollar (umgerechnet 62 Euro) für die MD-11 und sogar 120 Dollar, wenn man den Dreistrahler für den FS9 und FSX gleichzeitig beschaffen möchte. Der Kauf erfolgt ausschließlich über den Onlineshop von PMDG, und die daraufhin bereitgestellte Datei ist stattliche 150 Mb groß, ohne Liveries wohlgemerkt. Im Februar 2009 soll bei Aerosoft dann auch eine Box erscheinen.
Das Installationsprogramm ist unkompliziert zu bedienen, allerdings muss das Addon mit Hilfe der Kaufdetails online verifiziert werden, die man in der Bestätigungsemail oder im eigenen Webseiten-Account bei PMDG findet. Installiert werden die Passagier- und die Frachtversionen mit beiden Triebwerksvarianten (General Electric CF6-80 und Pratt & Whitney PW4000), und als Bemalung steht vorerst nur die House Livery von PMDG zur Verfügung. Auf der Webseite der Herstellers ist jedoch ein riesengroßes Sortiment an kostenlosen Bemalungen zu finden, die jeweils als .exe Datei heruntergeladen werden können und sich vollautomatisch installieren lassen.
Um als angehender virtueller MD-11 Pilot nach erfolgter Installation nicht auf verlorenem Posten zu stehen, hat PMDG eine große Kollektion an Informationsmaterial bereitgestellt. Die englischsprachige Dokumentation besteht aus insgesamt sieben ellenlangen PDF-Broschüren, die wirklich alles an Wissen zu vermitteln versuchen, was von Nöten ist, um erfolgreich flügge zu werden. Über stattliche 1559 Seiten erstrecken sich die übersichtlich gestalteten und gut geschriebenen Hilfsdokumente, angefangen bei der Introduction mit grundlegenden Bedienhinweisen über die Cockpit-und Systembeschreibung, Checklisten und Procedureinformationen bis hin zu einem detailiierten Tutorial. Ein bisschen überfordernd mag diese Dokumentationsflut zwar wirken, aber für den Anfang ist es vollkommen ausreichend sich nur mit der Introduction und dem Tutorial zu befassen; schließlich ist es schier unmöglich sich alle Informationen auf einen Schlag einzutrichtern. Nach und nach und während der ersten Flüge können dann die anderen PDFs zu Rate gezogen werden um die MD-11 besser kennenzulernen. Ich meine, nach vielen Jahren des Wartens auf die MD-11 möchte man ja auch irgendwann mal losfliegen!

Erstmals können diese Handbücher übrigens auch separat gedruckt erworben werden, gemeinsam mit einem Cockpitposter, wie es beim Typerating zum Erlernen der Procedures eingesetzt wird. Das Gesamtpaket schlägt dann allerdings nochmal mit knapp $170 zu Buche, das Poster kostet ca. $25.


Außenmodell

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MD-11 "Freighter" mit GE-Triebwerken

Wenn man es genau nimmt, so erwirbt man beim Kauf der PMDG MD-11 vier Flugzeugvarianten: Eine Passagier- und eine Frachtversion, mit je zwei unterschiedlichen Triebwerksvarianten (Pratt & Whitney oder General Electric). Bevor man nun eine dieser Maschinen lädt, sollte laut Dokumentation vorher sichergestellt werden, dass man sich NICHT in der Außenansicht befindet, denn dann kann oder wird es bei der Auswahl der MD-11 zum Absturz des Flugsimulators kommen. Hält man sich an diese einfache Regel, sollte dem Flugvergnügen allerdings Nichts mehr im Wege stehen.

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Die visuellen Modelle überzeugen schon auf den ersten Blick durch ihre stimmigen Proportionen. Bei einer näheren Betrachtung wird der positive Eindruck bestärkt: Unzählige Details wie Erhebungen und Vertiefungen im Rumpf, Anennen oder auch Messrohre finden sich über das gesamte Flugzeug verteilt. Besondere Beachtung wurde augenscheinlich dem Fahrwerk geschenkt, das mit modellierten Felgen, Bremsbacken und -Leitungen das Auge des Betrachters zu verzücken vermag.

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Die rot markierten Bereiche zeigen modellierte Feinheiten, die bei vielen anderen Produkten meist nur als aufgesetzte Textur zu finden sind!

An Animationen wurde ebenfalls nicht gespart: Neben allen Steuerflächen wurden selbstverständlich auch Fahrwerke, Umkehrschub und Co animiert. Aber seien wir ehrlich, von PMDG ist man einen solch hohen Standard in Sachen "Außenmodelle" schon seit der Veröffentlichung der 737NG gewohnt. Interessant ist, dass die Türen und Frachtluken standardmäßig nicht mit dem Kommando "STRG + E + (...)" geöffnet werden können. Stattdessen hat man dem Flight Management Computer (FMC) eine Zusatzfunktion mit dem Titel "FS Actions" spendiert, mit deren Hilfe man unter anderem auch sämtliche Flugzeugausgänge bedienen kann. Möchte man dennoch auf die Tastenkombinationen zurückgreifen können, kann dies im PMDG-Menü geändert werden. Ein weiteres schönes Detail ist der Wingflex: Die Tragflügel der MD-11 bewegen sich je nach Fluglage, selbst beim Rollen oder bei Turbulenzen können sie in Schwingungen geraten. Sehr schön gemacht!

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Die Türen können über eine Zusatzfunktion im FMC bedient werden.

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Detailaufnahme der Landeklapplen, der Spoiler und des Umkerhschubes

Positives kann man auch über die Texturen berichten: Diese sind gestochen scharf und strotzen vor Details. Darüber hinaus wartet das äußere Erscheinungsbild mit einem sehr realistischen Einsatz von Schmutzeffekten auf: Die Maschinen sehen nicht fabrikneu aus und glänzen auch dank dem rationalen Einsatz von Reflektionen nicht wie ein frisch polierter Spiegel - im Gegenteil! Hier und da scheint eine Nietenreihe unter Lackabplatzungen durch, so dass man den Flugzeugen ihren täglichen Einsatz und ihr Alter regelrecht ansehen kann.

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MD-11 in der Passagierversion mit PW-Triebwerken

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Dieses Bild verdeutlicht eindrucksvoll, was man mit realistischen Schmutzeffekten erreichen kann!

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Auch bei Nacht kann sich der Tri-Jet sehen lassen!

Auf der PMDG-Homepage finden sich inzwischen unzählige kostenlose Bemalungsvarianten; darunter übrigens auch Fluggesellschaften, welche die MD-11 in der Realität nie betrieben haben. Ein Blick in den Downloadbereich sollte sich also für jeden lohnen!


2D-Panel


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Das Main Panel

Dieses Add-On hat schon etwas Ungewöhnliches an sich. Es ist etwas, das ich noch nie zuvor erlebt habe: Schon beim ersten Schnupperflug fühlte ich mich im grauen Cockpit der Maschine rundum wohl. So, als hätte man sein Leben lang nichts anderes getan, als PMDG's MD-11 zu fliegen... wie ich sagte, ungewöhnlich!

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... aus der Sicht des Copiloten

Beim ersten Laden begrüßt das virtuelle Flugzeug seinen FS-Piloten nach einer kurzen Aufwärmphase - auch als "Initialisierung" bezeichnet - mit laufenden Triebwerken und hochgefahrenen Bordsystemen; lediglich der Flight Management Computer muss noch mit Informationen gefüttert werden. Wer sein Flugzeug allerdings lieber "aus dem Schlaf erwecken" möchte, der kann jederzeit einen (vorgefertigten oder selbsterstellten) Panelstatus über das PMDG-Menü im Flugsimulator auswählen.
Die MD-11 verfügt über ein so genanntes "Glass-Cockpit", das seinen Namen von den Bildschirmen hat, die das Gesamtbild dominieren. Ingesamt gibt es sechs Stück davon; jeweils drei Displays - von denen jedes Einzelne per Mausklick vergrößert werden kann - sind auf dem Main Panel vorhanden. Wer möchte, kann im Konfigurationsprogramm auch ein "Widescreen"-Panel auswählen, das dann einen vierten Bildschirm anzeigt.

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Benutzer von Widescreen-Bildschirmen kommen bei dieser Panelvariante in den Genuss eines zusätzlichen Displays.

Die Hintergrundgrafiken des Cockpits wurden sehr realistisch gestaltet und lassen nur an wenigen Stellen vermuten, dass man nicht in einer echten Passagiermaschine sitzt, sondern eben "nur" eine Simulation erworben hat. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Mich persönlich stören die permanent anwesenden Clickspots. Auch wenn diese sehr dezent in die Bitmaps eingepasst wurden und ihr Nutzen vor allem in der Eingewöhnungszeit von schier unermesslichem Wert ist, hätte ich mir doch gewünscht, dass man sie - wenn man tausende von Studen in der virtuellen MD-11 verbracht hat und sich so langsam auskennt - einfach ausblenden kann. Irgendwann wird man sich einprägen können, wo man hinklicken muss, wenn man beispielsweise das Overhed-Panel öffnen möchte. Aber wie ich bereits sagte, nur ein winzig kleiner Wehrmutstropfen. Imposant ist übrigens die Nachtbeleuchtung: Obwohl laut Handbuch im FS9 Einschränkungen in diesem Bereich vorhanden sind, verfügt die Maschine über sehr viele Beleuchtungsmodi - und diese ist dabei stufenlos verstellbar!

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Die Nachtbeleuchtung wurde sehr aufwändig pogrammiert!

Interessant ist auch die Tatsache, dass eigens für dieses Produkt eine neue "Mauslogik" in das Cockpit eingebaut wurde: Je nach Bedienelement verändert sich der Zeiger, sodass man mit einer Maus nicht nur wie bisher DREHEN, ZIEHEN, DRÜCKEN und AUSWÄHLEN kann, sondern durch das entsprechende Maussymbol auch noch weiß, was davon man gerade tut. Dieser Schritt war wohl nicht zuletzt deswegen notwendig, um die komplexe Technik des Autopiloten korrekt simulieren beziehungsweise bedienen zu können.

Neben dem Main Panel existieren unzählige weitere Subpanels, von denen ich nun die wichtigsten auflisten möchte:

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Eine Anmerkung zum Overhead-Panel: Hier können sämtliche Systeme einzeln dargestellt werden. Dies führt dazu, dass nicht mehr allzu große Teile des Hauptcockpits verdeckt werden.

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Die vordere Mittelkonsole mit den Schubhebeln und dem FMC, welcher auch gesondert geöffnet werden kann

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Der hintere Teil der Mittelkonsole

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So viel Platz nimmt der Autopilot ein, wenn er komplett eingeblendet wird...


3D-Panel

Ja, das virtuelle Cockpit ist vorhanden! Nachdem so mancher Addonhersteller zumindest bei der Erstveröffentlichung darauf verzichtet hat ein 3D-Cockpit mitzuliefern, so präsentiert sich die MD-11 nicht als halbfertiges Addon. Durch die zunehmende Optimierung verschiedener Head Tracking Applikationen scheint die Fangemeinde von 3D-Panels immer größer zu werden, und eben diese kommt bei diesem Flugzeug auch voll auf ihre Kosten. Die MD-11 lässt sich vollständig aus dem virtuellen Cockpit heraus bedienen, die Klickspots sind wie beim 2D-Panel mit den verschiedenen Mauszeigersymbolen zu identifizieren und zu betätigen. Zusätzlich dazu können sämtliche Anzeigen und Cockpitelemente als Popup-Fenster vergrößert dargestellt werden, um in kritischen Flugphasen die Ablesbarkeit und Handhabung zu vereinfachen. Die Qualität des virtuellen Cockpits ist ausgezeichnet, Schalter und Hebel wurden als 3D-Objekte modelliert und verhelfen so zu einem plastischen und realistischen Erscheinungsbild. Die Beschriftungen überzeugen überall durch ihre Schärfe, und die Texturen basieren überwiegend auf hochwertigen Fotografien. Insbesondere an der Mittelkonsole und am Overhead ist diese Errungenschaft gut erkennbar. Lediglich die übrigen Cockpitverkleidungen lassen qualitativ etwas Federn, die helle Strichmustertapete wirkt weniger ansehnlich.
Auch bei den Animationen hat man sich ein wenig Arbeit gespart. In erster Linie stehen freilich die Funktionalität und Bedienbarkeit der Instrumente im Vordergrund, aber dass ich nach Abschluss meiner ersten schweißtreibenden Testflüge kein einziges Fenster habe öffnen können um frische Luft zu schnappen, hatte mich irritiert. Natürlich wäre dies nur eine Spielerei gewesen, aber im Vergleich zur PMDG 747 fehlt der MD-11 dieses i-Tüpfelchen. Allerdings lassen sich die Sitzpositionen verändern und die Armlehnen hoch- und herunterklappen.
Nachtflüge sind aus dem virtuellen Cockpit heraus auch problemlos zu bewerkstelligen. Sonderlich hell wird der MD-11-Arbeitsplatz zwar nicht dargestellt, der hohe Kontrast zwischen den dunklen Cockpitverkleidungen und den beleuchteten Bedienelementen und Anzeigen erhöht dadurch allerdings deren Ablesbarkeit und vereinfacht die Sicht in die nächtliche äußere Umgebung. Allerdings unterscheidet sich die Nachtbeleuchtung zwischen der FS9- und der FSX-Version. Letztere lässt die stufenlose Auswahl der Beleuchtungsintensität zu, aufgrund technischer Limitationen ist diese Simulation in der FS9-Version nicht umsetzbar gewesen.
Da die Ablaufgeschwindigkeit der MD-11 stets hoch ist, alle Anzeigen äußerst flüssig ablaufen und es überhaupt nicht auffällt, wieviel die Simulation im Hintergrund rechnet, so ist es nicht schlimm, dass man auf die Möglichkeit verzichtet hat, das virtuelle Cockpit auszublenden.

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Autoflight, FMS, Systeme

Wer mit älteren Entwicklungen aus dem Hause McDonnell Douglas vertraut ist, zum Beispiel mit der MD-82, der wird entdeckt haben, dass die Philiosophie des Herstellers im Bezug auf die Bedienung des Cockpits eine ganz eigene ist, mit so gut wie gar keinen Parallelen zu den Flugzeugen aus dem Hause Airbus und Boeing. Die Automatisierung der Systeme ist bis hin zur MD-90, die erst in den Neunziger Jahren auf den Markt gekommen ist, in den MD-Cockpits stets nur gering ausgeprägt gewesen, und vom Uhrenladen wollte man sich nie trennen um die Kommunalität zwischen allen Modellen der DC-9, MD-80 und MD-90 Baureihen so groß wie möglich zu halten. Mit einer ganz anderen Herangehensweise versuchten sich die Ingenieure aus dem kalifornischen Long Beach bei der Entwicklung der MD-11. Anders als bei den kleineren MD-Modellen setzte man endlich auf moderne Avionik und einen sehr hohen Grad an Automatisierung. Das Resultat ist erneut eine ganz andere Philosophie, ohne Ähnlichkeit zu anderen MD-Modellen. Dafür findet man eine Mischung aus Boeing und Airbus Cockpit vor. Insbesondere beim Autopiloten und dem FMC fällt auf, dass die Entwickler eventuell das Beste aus den Produkten der Konkurrenz miteinander verbinden wollten.
Der Autopilot befindet sich auf dem Flight Control Panel und wirkt sehr aufgeräumt. Mit FMS SPD, NAV und PROF sind drei Tasten vorhanden um die MD-11 nach den im FMS eingegebenen Daten fliegen zu lassen. Die manuelle Steuerung gelingt ähnlich wie bei Airbus durch das Ziehen und Drücken der Drehknöpfe. Möchte man beispielsweise in den Heading Select Modus wechseln, so wird zuerst die gewünschte Heading gerastet und danach am Drehknopf gezogen. Einen gesonderten Schalter für das Zuschalten der Autothrottle gibt es nicht, durch Drücken des großen Autoflight Buttons wird sie vor dem Start armiert, und beim Setzen des Take off Thrusts automatisch zugeschaltet. Zum Ausschalten der Autothrottle befindet sich wie beim realen Vorbild ein Schalter am Schubhebel. Da wir an unseren heimischen Thrust Levern einen solchen Schalter jedoch nicht simuliert bekommen, habe ich stets den Standardtastaturbefehl UMSCHALT R verwendet. Natürlich kann man diesen Befehl auch ganz elegant auf eine freie Taste am Yoke legen.
Das FMS der MD-11 scheint seinem realen Pendant in nichts nachzustehen. In der Aufmachung ähnelt es dem bei Boeing verwendeten System, doch insbesondere die Routeneingabe erfolgt eher nach dem Airbus-Schema: ein neuer Wegpunkt wird nicht unter den letzten gesetzt, sondern es muss auf den LSK neben dem letzten Wegpunkt gedrückt werden um eine neue Seite mit Airway- und Wegpunkt-Eingabemöglichkeiten zu öffnen. Sämtliche Daten wie Winde und Nav Aids können eingegeben werden, die Gewichte werden komfortablerweise automatisch angezeigt und können somit kinderleicht übernommen und eingetragen werden. Die Berechnung der Startgeschwindigkeiten erfolgt ebenfalls von selbst. Die Navigationsdatenbank kann dank der PMDG-kompatiblen AIRACs stets aktuell gehalten werden und beinhaltet natürlich auch SIDs und STARs.
So gut wie alle Systeme der MD-11 sind auf dem Overhead Panel untergebracht. Wie bereits erwähnt, ist die Automatisierung der MD-11 so hoch, dass es nur wenige Handgriffe erfordert, um den Dreistrahler aus dem Cold and Dark Zustand aufzuwecken. Der rudimentäre Workflow ist einfach zu bewältigen, und man hat ihn sich sehr schnell eingeprägt: Batterie, APU, APU Air, IRS, Cabin Signs, Exterior Lights, Ignition, danach der Triebwerksstart und die APU Air wieder aus, und schon hat man den Flieger zum Leben erweckt. Wenn keine der Schalter gelb aufleuchten befinden sich alle Systeme im automatisch gesteuerten "Normalzustand". Ähnlich wie bei der Fokker sieht man nun ein schwarzes Overhead Panel vor sich und kann mit dem Flug beginnen. Alle elektrischen Systeme, die Hydraulik- und Treibstoffpumpen, und die Klimanlage werden allesamt wie von Geisterhand gesteuert. Im direkten Vergleich zur PMDG 747 ist der Arbeitsaufwand bei der MD-11 für uns Kapitäne erheblich geringer. Aber natürlich können alle Systeme auch manuell gesteuert werden, zum Beispiel um Abnormal Procedures durchzuführen. Da überrascht es auch nicht, dass sämtliche Self Tests unternommen werden können, die mit klangvollen Alarmsounds untermalt wurden. Das ist "Musik" wie man sie kaum schöner hätte komponieren können!
Besonders überascht hat mich die Airbus-ähnliche aber noch viel aussagekräftigere und genauere Darstellung von Fehlermeldungen und versäumten Checklist Items. Nicht nur McDonnell Douglas hat hier ganze Arbeit geleistet, sondern auch PMDG scheint dies zur Perfektion gebracht zu haben. Auf dem EICAS wird in Textform alles eingeblendet, was der Pilot wissen muss. Daher ist es so gut wie unmöglich das Setzen der Klappen, das Einstellen der Trimmung oder andere relevante Einstellungen zu versäumen. Im Falle einer Systemfehlfunktion werden darüberhinaus nicht nur die Fehlerquellen ausgegeben, sondern auch klare Vorgehensweisen angezeigt, wie man das Problem umgehen und den Flug sicher fortsetzen kann.

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Flugeigenschaften

Ein Jammer, dass mir für diese Review zufälligerweise kein Exemplar einer realen MD-11 zur Verfügung gestellt wurde, um das Flugverhalten mit dem des PMDG Addons objektiv vergleichen zu können. Was mir zur Verfügung steht, ist die Erfahrung mit verschiedenen Heavies im Flugsimulator, und das Kennenlernen unbrauchbarer, fliegbarer, und realistisch wirkender Flugmodelle. Das Durchwühlen meines Erfahrungschatzes zeigt mir auf, dass die Addons aus dem Hause PMDG schon immer zu den angenehm zu steuernden Flugzeugen gehört haben, die das manuelle Fliegen zu einem Vergnügen machen. Die MD-11 reiht sich hierbei nahtlos in dieses Portfolio mit ein. Schon auf dem Taxiway spürt man die Behäbigkeit des tonnenschweren Vogels, gemächlich reagiert der Dreistrahler auf Steuerinputs und Veränderungen der Triebwerksleistung. Das fördert den Stolz des virtuellen Piloten, man hat richtig das Gefühl, Großes zu bewegen. Nach dem Abheben liegt die Elf stabil in der Luft, und sie verhält sich erwartungsgemäß träge beim Steuern. Allerdings erkennt man anhand der Kennzeichnung für die Minimalgeschwindigkeit auf dem Speedtape sehr schnell, dass wenig Raum für Spielchen um die Querachse zugelassen wird. Die Stall Speed liegt dicht unter der optimalen Steigfluggeschwindigkeit, und man tut insbesondere gut daran, sich genau an die Vorgaben für das Einfahren der Slats und Flaps zu halten, um die Bekanntmachung mit dem Strömungsabriss zu unterbinden. Die verhältnismäßig kleinen Tragflächen der MD-11 resultieren in einer eher hohen clean speed, was soviel bedeutet, dass man mit dem Einfahren der Flaps/Slats länger warten muss als wie man das eventuell von anderen Flugzeugen her gewohnt ist. Auch während des Landeanflugs ist der Spielraum zwischen optimaler und gefährlicher Geschwindigkeit sehr gering und erfordert Einiges an Gespür und Training. Nach meinen Recherchen scheint PMDG beim Simulieren des Flugverhaltens sehr nah an den Eigenschaften des realen Pendants zu liegen. Mehr kann man nicht verlangen.


Sound

Das Klangambiente der MD-11 sorgt für ein ganz besonderes Erlebnis. Die Triebwerkssounds, bei denen hörbar zwischen den Varianten von Pratt & Whitney und General Electric unterschieden wurde, haben ihren eigenen Charakter, klingen überzeugend realistisch und sorgen für viel Atmosphäre, da sie das Gefühl vermitteln, als säße man direkt im Cockpit eines großen, mächtig motorisierten Langstreckenjets. Auch die Windgeräusche, wie von anderen PMDG-Produkten her bekannt, nehmen beim Ausfahren der verschiedenen Steuerflächen und des Fahrwerks zu. Für das gelungene realitätsnahe Flair sorgen zudem die vielen zusätzlichen Sounddateien, die in die Simulation integriert wurden. Jeder Schalter macht beim Betätigen klangvoll auf sich aufmerksam, sei es der Hebel der Parkbremse oder der Spoilers, nichts wurde ausgelassen.

Fazit

Unser Fazit fällt durchweg positiv aus, denn das Addon glänzt in allen Bereichen. Die umfangreiche Dokumentation und der verlässliche Support machen den Einstieg für angehende MD-11 Piloten so leicht wie möglich. Die Optik ist ebenso überragend wie die Systemsimulation, die Geräuschkulisse sorgt für großartige Atmosphäre, und die Bedienung mit dem verschiedenen Mausgesten ist innovativ. Schade jedoch, dass auf ein Wetterradar und die Möglichkeit des Cockpit-Sharings im FS9 verzichtet wurde.
Wenn man mit der MD-11 einmal vertraut ist, die Systeme alle kennengelernt und die ersten Flüge problemlos ohne Tutorial im Hintergrund absolviert hat, kann man nachvollziehen, wie viel Arbeit PMDG in dieses Muster investierte. Wenn man bei den diversen Online-Netzwerken in die Top10 der geflogenen Muster schaut, dann ist die 11´er, wie sie von vielen liebevoll genannt wird, seit dem Release permanent unter den fünf meistgenutzten Flugzegmodellen aufgeführt. Die User wissen wohl warum.

Bewertung

Facts & Figures PMDG McDonnell Douglas MD-11  
     
Hersteller: PMDG Minibild
Preis: FSX: $79,99; FS9/FSX: $119,99
Veröffentlichungsdatum: 14.10.2008
Systemanforderungen gemäss Hersteller: Mininimum - 3GHz or multi-core processor, 1GB RAM, WinXP SP2/Vista
Best Performance - Dual or Quad Core Processor, 2GB RAM, 512MB Gfx Card, WinXP SP2. MS FSX with Service Pack 2 (or later) installed
Link zur Produktseite: PMDG McDonnell Douglas MD-11
FS-Version(en): FSX, FS2004
   
Pro Contra  
     
- Handbuch
- Optik
- Sound
- Performance
- kein Wetterradar
- hungrig auf virtuellen Arbeitsspeicher
 
     
Kriterium Kommentar
Bewertung
     
Kauf, Installation und Einbindung das Gebotene rechtfertigt den hohen Preis, Installation problemlos
Handbuch/Beilagen extrem umfangreich, über 1500 Seiten, inklusive Tutorial
Außenmodell, Texturen und Animationen stimmige Formen, ordentliche Texturen, viele Animationen
2D-Panel übersichtlich, ansehnlich, Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig
Virtuelles Cockpit tolle Atmosphäre, ruckelfreie Gauges, teilweise weniger gute Texturen
Flugeigenschaften wirken realistisch, Besonderheiten der MD-11 wurden berücksichtigt
Sound ein Klangambiente, das seines Gleichen sucht
Performance äußerst flüssiger Ablauf, Texturenaufbau leicht verzögert
Innovativität neue Philosophie bezüglich der Bedienung des 2D-Panels, Config-Menü
Systemsimulation extrem detailliert, fehlerfrei, tolles FMC, leider kein Wetterradar
Spaßbewertung/Langzeitmotivation ein neues Arbeitspferd für den Flugsimulator
     
Gesamtbewertung  
     
Auszeichnungen    
rundum gelungen, die Wartezeit hat sich gelohnt  
 

 

 

Manuel Heinz, Sascha Gräfe und Tis Meyer für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 11.02.2009 | Counter: 16016 Besucher

Kommentare
von Helfen
geschrieben am 13.02.2010 um 10:33:11
Wegen einem besseren Flugzeug: zB. PMDG 747 oder Level-D 767. Wobei letzteres kaum schlagbar ist. Der Preis ist bei diesen Flugzeugen vermutlich gleich.
von Ibrahim Gercekdogan
geschrieben am 13.09.2009 um 17:42:19
hallo ert ein mal guten tag ich möchte das spiel kaufen aber es ist zu teuer wann wird es biliger ich wollte noch fragen ob es noch ein besseres gibt.Ist dass das beste flugzeugsimulator oder gib es wirklich noch bessere

miot freundlichen grüßen ibrahim G.
von John
geschrieben am 07.09.2009 um 12:16:42
funktioniert so ganz gut aber bin entäuscht das wieder mal kein WX Radar dabei ist kann es irgendwie nicht so ganz verstehen warum. Der FMC is der hammer wie in echt programmierbar man sollte nur nix falsches eingen dann klappt der flug auch 1a. mfg John
von tiemen loman
geschrieben am 07.05.2009 um 17:24:27
Ich habe vergessen das ich von PMDG das spiel Mc Donnel Douglas MD-11X gekauft habe[mist] grusse Tiemen aus dem Niederlanden
von tiemen loman
geschrieben am 07.05.2009 um 17:19:19
man kan nicht im mission flight simulator X fon Plane enderen.unt mansmal mit laden ist das bilt schirm nicht da im cokpit dan kan man nicht fliegen viele problemen mit einstellen fon huhe und auto pilot.Ich werde nichts mher kaufen one ausproberen von PMDG oder anderen.Ich habe die beste computer die auf dem markt ist, dar liegt es nicht dran ich fliege schon uber 10 jaren mit microsoft spiele bin 60 jaren ich bin shifs Kapitain.Grusse aus dem niederlanden,Tiemen

 

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