Review: Sim-Wings Mega Airport Paris CDG X
Paris Charles de Gaulle, der zweitgrößte Flughafen Europas in der Kategorie Passagiere, hinter London Heathrow, vor Frankfurt am Main.
Paris Charles de Gaulle. Der zweitgrößte Flughafen Europas in der Kategorie Fläche, hinter Madrid Barajas, vor Amsterdam Shiphol.
Paris Charles de Gaulle, 1974 gegründet ist zweitjüngste Flughafen Europas, nach München Franz Josef Strauß, vor Rom Fiumicino.
Paris Charles de Gaulle, ein zweitklassiger Flughafen?

Paris CDG ist der Flughafen, der in Europa die meisten Flugbewegungen durchführt und die meisten Pisten hat.
Eine Woche nach einem DC-10 Absturz in Paris Orly wurde er eröffnet und im Jahr 2000 startete hier der schicksalhafte Flug der Air France Concorde 4590.
Vor einiger Zeit hat nun Simwings die Mega Airport Reihe von Aerosoft mit Paris weitergeführt. Das letzte Mal lieferte Simwings allerdings mit Madrid eine solide Arbeit ab.
Gute 25 Euro muss man bei Aerosoft, sowie in den meisten Computermärkten hinblättern, um die Szenerie auf seinen Rechner aufzuspielen. Ob Boxed oder Download Version, der Preis unterscheidet sich nur um einen Euro. Will man die Szenerie auch mit AES nutzen, werden 5 Credits benötigt.
Darf man nun endlich die Daten sein Eigen nennen, wird eine typisch Aerosoft-unkomplizierte Installationsroutine begonnen. Der Flughafen wird sofort in die Scenery.cfg eingetragen und ist damit flugbereit. Bevor ich allerdings meine Flugsimulator starte, wende ich mich erst einmal dem Startmenüeintrag von MA Paris zu, erspähe das Handbuch, Charts und das mittlerweile bekannte Aerosoft-Traffic-Tool, mit dem sich die animierten Verkehrswege auswählen lassen.
Das Handbuch selber ist dreisprachig, (Deutsch, Englisch und Französisch), jede Sprache beansprucht 5 Seiten für sich und gibt einige Tipps zur Installation, zur Deinstallation und wie man das Beste aus seiner Szenerie herausholt. Die .pdf-Datei mit den Karten ist 57 Seiten stark, ein klares Argument für die Boxedversion, wo man die Karten allesamt ausgedruckt vor sich haben kann, ohne noch zusätzlich Tinte lassen zu müssen. Ein fetter Hinweis im Handbuch macht den Leser noch auf das französische AIP ([url]http://www.sia.aviation-civile.gouv.fr/[/url]) aufmerksam, falls immer die aktuellsten Karten bei der Hand sein wollen.

Wie schon erwähnt ist CDG flächenmäßig der zweitgrößte Flughafen Europas, auf 3500 Hektar finden sich vier Pisten, drei Terminals mit mehreren Satelliten, ein TGV-Bahnhof und unzählige Rollwege. So unübersichtlich Atlanta in den USA ist, so unübersichtlich ist Paris CDG in Europa. Wer hier ankommt, rollt im Zweifelsfall erst einmal noch eine halbe Stunde bis das Gate erreicht wird.
Als man in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts absehen konnte, dass Paris Orly bald zu klein für die wachsenden Bedürfnisse der Stadt sein würde, suchte man nach einer Ausweichmöglichkeit. Es fand sich 1964 ein Feld nördlich von Paris nahe dem Örtchen Roissy-en-France, wo man in weniger Jahren einen neuen Flughafen aus dem Boden stampfen wollte. Hieß der Flughafen in der Planungsphase noch einfach Roissy, wurde das ganze Projekt kurz vor der Eröffnung, in Andenken Charles de Gaulles, umbenannt.
Ist die Gesamtumsetzung im Simulator gelungen? Ich denke doch, fällt doch das große Flughafenareal ins Auge und dynamischer Verkehr sowie viele statische Objekte hauchen dem Moloch Leben ein.

Flughafen und Umgebung im Sim
Beim Erstellen der Szenerie hat man sich wirklich auf das Nötigste beschränkt, das heißt nur das Flughafenareal ist umgesetzt worden und die umliegenden Straßen sowie einige Felder säumen den Rand der Szenerie. Obwohl die Übergänge auf den ersten Blick gut aussehen, finden sich doch Fehler, die sich nie im direktem Blickfeld des Piloten befinden, an der Seite, oder sie sind so marginal, dass sie kaum auffallen.
Schlägt man sich durch den Dschungel des Flughafens, kann man die unterschiedlichen Bauphasen nachvollziehen: Terminal 1 als großer Betonklotz, während die anderen mit den Glasfassaden moderner aussehen.
Man kommt nicht umher, während man auf dem Flughafen rollt die füllige dynamische Szenerie zu bewundern. Überall rollen PKW, LKW und andere Flughafenfahrzeuge durch die Gegend, die, wenn man genau hinsieht, vor dem Abbiegen blinken. Ebenfalls schön: Möchte ein KfZ die Rollbahn überqueren und ein Flugzeug stellt sich ihm in den Weg, hält das Auto an. Ein Feature, das zwar mehrere Aerosoftszenerien zeigen, aber leider nicht jede Szenerie. Auch wenn der Verkehr auf dem Flughafen exzellent ist, sieht er doch auf den Straßen und Autobahnen dünn aus, die das Gebiet umschließen. Es ist schade das kein Verkehr auf den Autobahnen herrscht, die man im Approach überfliegt und nicht ein solches Feeling zum Tragen kommen kann, wie beim Anflug auf Frankfurt am Main.
Positiv dagegen ist hier wieder, dass der Verkehr nicht einfach auf das Gebiet geklatscht wurde, sondern mit Bedacht eingesetzt wurde. Nicht immer braucht man in CDG ein Follow-Me Fahrzeug, nein, fährt man einer langen Schlange Busse nach, kommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Außenparkposition. Autoverkehr ist auch auf den Straßen zwischen den Terminals zu sehen.
Gebraucht sehen die Texturen aus, schmutzig sind sie an den Aufsetzpunkten der Runway, ganz zu schweigen von den Ölspuren an den Parkpositionen.

Entfernt man sich allerdings von Pisten, Rollwegen und dem Apron, erscheinen die Texturen in einem anderen Licht. Die Straßen sind beinahe grauenhaft unscharf, und die Autobahn, welche den Flughafen kreuzt und ab und an ans Tageslicht kommt, ist ebenfalls unscharf texturiert. Diese tiefere Autobahn ist auf dem selben Niveau wie der restliche Flughafen, Unterschiede wie bei Leipzig von Aerosoft wurden nicht gemacht, doch trotz den mangelhaften Texturen ist die Illusion vom Rollen über eine Brücke vorhanden.
Ebenso unscharf sind die Dachtexturen, insbesondere die des Terminal 1. Doch möchte ich den Flughafen hier nicht verteufeln. Schließlich haben diese unscharfen Texturen von Straßen und Dächern den großen Vorteil, dass sie die Framerate erhöhen. Dass die Macher sich dies durch den Kopf haben gehen lassen ist daran ersichtlich, dass die Dächer der Gebäude und Straßen, die in der Nähe des Gleitpfades liegen scharf genug sind, um nicht beim Darüberschweben negativ aufzufallen.





Die Texturierung von Gebäuden ist besser geraten. Die Texturen der Rollwege sind so scharf wie es wünschenswert ist. Erst aus geringer Distanz werden sie unscharf, bleiben jedoch akzeptabel.
Allerdings entspricht die Gestaltung des Cargozentrums nicht den heutigen Standards. Durch Paris CDG liefen im Jahr 2006 knapp zwei Millionen Tonnen Fracht. Verglichen mit Hong Kong, wo im selben Jahr fast vier Millionen Tonnen umgeschlagen wurden, ist dies zwar wenig – nur ist Hong Kong einer der wichtigsten Umschlagplätze für Fracht auf der ganzen Welt. Paris ist also kaum ein unbedeutender Knotenpunkt.
Ich kann mir folglich nicht erklären, warum hier so wenig Sorgfalt walten gelassen wurde. Einfallslos, anders kann ich die Texturen nicht nennen. Die Fenster sind nur schwarze Flächen auf der Textur, wo kaum Gebrauchsspuren oder Schatten zu sehen sind. Das FedEx Gebäude ist ein gutes Beispiel. Es sieht aus als hätte man mit Paint eine graue Fläche erstellt und darauf einige schwarze Quadrate gepinselt.
Auch die Ausstattung der Parkpositionen ist kleinstmöglich gehalten worden. Jede sieht beinahe gleich aus: Eine gelbe Linie, ein Flutlichtscheinwerfer und ein Wägelchen mit Containern ist alles was zu sehen ist.

Während des Jahres ändern sich die Texturen mehrmals ein wenig, hier ist auf beinahe 48° nördlicher Breite, nahe am Meer, der Winter nicht sehr schneereich.
Nachts haben die Entwickler gute Arbeit geleistet, der Flughafen ist in ein stimmiges Licht getaucht. Gelblich leuchten Straßen dem Piloten entgegen, milchig die Apronbeleuchtung. Im Gegensatz zum Tag passen einige Gebäude von den Farben nicht so ganz auf den Boden, zum Beispiel das Hotel am Flughafen. Wie auf dem Screenshot erkennbar, ist der Übergang vom dunklen Boden zum hellen Gemäuer im Hundertwasserstil extrem. Ebenfalls fällt im Anflug negativ auf, dass die Lichter der Taxiways erst nacheinander in Abschnitten erscheinen. Ansonsten lässt die Qualität des Flughafens nicht nach. Paris ist am Tage wie Nachts eine schöne Destination.






Die Performance des Flughafens ist so eine Sache. Das umgesetzte Gebiet ist für einen Flughafen allein sehr groß und eine Fülle von Details quält meinen Rechner. Und doch blieben meine Befürchtungen enttäuscht. Zwar braucht es einen einigermaßen brauchbaren Rechner, mein alter 1,6Ghz Rechner war zugegebener Maßen kaum in der Lage die Szenerie wirklich ruckelfrei wiederzugeben, doch mein jetziger 3,6Ghz Single-Core (3Gb Ram, Nvidea 86GT) Rechner schafft es gute FpS Werte aus der Szenerie herauszuholen, wenn nicht alle Regler auf Anschlag stehen – auf Normal oder Hoch darf es schon noch sein. Genauer gesagt, ich bin mit der Performance zufrieden.
Die Daten mit meinem PSS 777 / Posky Merge auf der Szenerie wenn alle Regler auf Anschlag stehen sind akzeptabel, habe ich doch im Approach tagsüber (Wettermodel "Winterparadies") 15 fps, auf der Piste bei selbigen Wetterbedingungen 15, nahe am Terminal 10-12. Nachts ist kein Unterschied, bei mir, feststellbar.

Schlussendlich kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass sich die Investition von 25 € für die Szenerie lohnt. Zwar hat sie ihre Schwächen, darunter unscharfe Texturen deren Sinn ich mir nicht erklären kann, etwas missachtete Cargobereiche und fehlerhafte Übergänge. Doch sind diese kein Grund, die Szenerie als misslungen zu bezeichnen. Simwings hat uns hier eine ordentliche Szenerie präsentiert, die allerdings durch eine gute Nachtbeleuchtung, tollen Bodentexturen, der umfangreichen dynamischen Szenerie - die den Flughafen mehr als zum Leben erweckt – sowie eine überraschend gute Performance ihre Mängel wettmacht.
Bewertung
| Facts & Figures | Sim-Wings Mega Airport Paris CDG X | |
| Hersteller: | Sim-Wings | ![]() |
| Preis: | 24,99€ | |
| Veröffentlichungsdatum: | 01.01.2000 | |
| Systemanforderungen gemäss Hersteller: | Systemanforderungen für den FSX: Microsoft Flight Simulator X (SP2/Acceleration Pack) Windows XP(SP2), Windows Vista Pentium 2 GHz (Duo2Core Intel empfohlen) 1 GB RAM (2 GB empfohlen) 256 MB Grafikkarte (512 MB empfohlen) Soundkarte Download-Größe: 170 MB Installations-Größe: 290 MB Systemanforderungen für den FS2004: Microsoft Flight Simulator 2004 (Version 9.1) Windows XP, Vista Pentium 2.8 GHz 512 MB RAM Grafikkarte mit mind. 128 MB Soundkarte Download-Größe: 105 MB Installations-Größe: 240 MB |
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| Link zur Produktseite: | Sim-Wings Mega Airport Paris CDG X | |
| FS-Version(en): | FSX, FS2004 | |
| Pro | Contra | |
| Viele Animationen Boxed-Version: Karten liegen bei Gemessen an der Größe des Flughafens, gute Performance |
Unscharfe Dächer Cargobereich wurde mangelhaft gestaltet |
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| Kriterium | Kommentar | Bewertung |
| Kauf, Installation und Einbindung | Faierer Preis von 25 Euro, normale Installationsroutine und automatische Einbindung |
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| Handbuch/Beilagen | Ausreichendes, Aerosofttypisches Handbuch, alle Karten liegen in der Box | ![]() |
| Szeneriedesign/Innovationen | Ordentliches Design, keine Neuerungen |
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| Texturen | Sichtbare Texturen in Ordnung, Dächer sind sehr unscharf, abgelegene Bereiche sind sehr einfach gestaltet | ![]() |
| Animationen | Völlig ausreichend auf dem Flughafengelände, leider keine Animationen um den Flughafen herum |
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| Performance | Akzeptabel, man beachte bitte die Größe der Szenerie | ![]() |
| Spassbewertung | Immer eine nette Destination für Westeuropa |
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| Gesamtbewertung | ![]() |
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| Auszeichnungen | ||
| keine | ||
David Kusserow für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 04.01.2010 | Counter: 2678 Besucher
| Throsten Loth wieso sind die Texturen aus der Nähe unscharf? |
| paris ist voll coll |
| Das ist ein cooler Preis ! |
| Mal ehrlich: Was soll das permanente kritisieren der Dach/Strassentexturen? Diese liegen in einer Auflösung von ca. 25cm/pixel vor. Dies ist weitweit mehr als in vergleichbaren Produkten, die deshalb am liebsten nur graue Flächen nehmen. Zumal ja die Relevanz für den virtuellen Piloten gleich 0 ist. Und auf den Screenshots finde ich die Auflösung alles andere als schlecht. So what? Bei solch einem Review sollte man auch bedenken, dass es sich um eine Echtzeitsimulation handelt die schon die Grenzen des technisch machbaren erreicht und es nicht um ein Einzelbild-Rendering fürs Kino geht. Thorsten |
| Hallo, ich habe zwar 1-2 Rechtschreibfehler entdeckt, finde das Review aber große Klasse :) |