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Review: Aerosoft Approaching Innsbruck

Freund der Berge!

Lange haben die Fans von Johannes Kimla alias "Gianni" auf sein nunmehr drittes Projekt gewartet. Nach Salzburg, seiner ersten Szenerie, und Klagenfurt, ist nun der Flughafen Innsbruck an der Reihe. Und was soll ich sagen: Das Warten hat sich definitiv gelohnt! Bisher durfte man sich, wenn man gerne mal einen Abstecher zum "dangerous Airport" in die Alpenrepublik machte, mit German Airports 1 oder Austrian Airports begnügen. Beides eher mehr oder weniger veraltet. Nichtsdestotrotz ist LOWI ein äusserst beliebter Flughafen in den diversen Online Netzwerken.

Ein klein wenig Geschichte muss erstmal sein, bevor wir uns die Szenerie im Detail ansehen

Am 15.Jänner 1948 wurde der Flughafen Innsbruck am jetzigen Standort eröffnet. Zwar ist Innsbruck schon seit 1925 an die Luftfahrt erschlossen worden, dieser Flugplatz, Reichenau, ist jedoch weiter östlich beheimatet gewesen. Der erste Flugplan war, für heutige Begriffe, ein Superkurzstreckenflug: München - Innsbruck - München. Carrier war die damals schon existente Aero Lloyd. 1990 bekam Innsbruck einen neuen Tower, 1994 ein Luftfrachtterminal und bis heute wird noch immer
am Flughafen gebaut. So kam 2005 eine Rettungsleitstelle für den Christopherus hinzu und auch im selben Jahr wurde dem Flughafenbetreiber eine Vergrösserung des Pistenvorfeldes im westlichen Teil vorgeschrieben. Da an eben dieser Stelle ja eigentlich der Inn fliesst, war diese Planung nicht sonderlich einfach! Guter Rat war teuer: Entweder man baut "irgendwas mit Stelzen ins Wasser rein", siehe Madeira, oder man verlegt den Fluss um 80 Meter. Zweiteres wurde beschlossen, und im Jänner 2008 rückten die Bagger an, um das "Sicherheitsprojekt Innverlegung" zu beginnen. Die Rechnung für diese Grossbaustelle: 8,3 Millionen Euro!

Kauf und Installation

Für 8,3 Mio. Euro würde man Approaching Innsbruck genau 346.555 mal kaufen können, aber einmal reicht uns ja gottlob. Für die 23,95EUR gibt es momentan nur die 2004er Version bei Aerosoft. Auch ist es derweil nicht möglich eine Box-Version zu erstehen, da diese zugleich mit der FSX Version erscheinen soll. Die 180MB sind aber mit einer heutzutage üblichen Internetleitung fluchs gezogen. Kleiner Trost für diejenigen, welche auf dem FS9 und FSX unterwegs sind: Alle Käufer der Downloadversion
bekommen die FSX Version kostenlos nachgereicht. Ebenso als Download natürlich. Die Installation an sich ist nichts besonderes mehr. Ein paar Klicks im Installer, und man hat es geschafft.

Das Handbuch

30 Seiten genügen um alles Wissenswerte über die Szenerie selber, die Personen im Hintergrund sowie zum Installationsablauf erläutern. Es empfiehlt sich diese Seiten durchzublättern, da man viele interessante Details zum Flughafen und die nähere Umgebung erfährt. Wenn man sich allmählich der Stadt nähert, fällt sofort die Häuserdichte rund um die Piste auf. Innsbruck ist ja eigentlich, hart ausgedrückt, um den Flughafen herumgebaut worden.

Genau dieses Feeling, dieser Mix aus Bergen beidseits der Tragflächen und dem Häusermeer unter einem, will Gianni uns mit dieser Szenerie verkaufen. Was heisst will, er macht es! Ich bin real schon des öfteren mit einer Seneca nach LOWI geflogen und kann nur eines sagen: Dieses Feeling brachte mir noch kein anderer Szeneriedesigner auf den Monitor! Aber es sind nicht nur die Häuser, welche akkurat auf den Millimeter genau positioniert sind, auch der Verkehr fliesst in Strömen. In der Stadt fahren Autos, Busse und LKWs. Auf der Autobahn, die mit einer Schleife südlich des Flughafens um Innsbruck herumführt, fährt man vierspurig, und sogar die Züge sind flott unterwegs!

Dabei hat Gianni weder die Stromleitungen vergessen, noch den Zaun, der den Flughafen umschliesst.

In einem Forum hatte ich vor Kurzem noch Klagen gelesen, dass dieser bei den Szenerien immer wieder vergessen wird. Wenn man bei den vielen unterschiedlichen Zugmodellen die Stromabnehmer beobachtet, sind selbst die Funken in unregelmässigen Abständen zu sehen. Detailverliebtheit bis zur letzten Schraube würde ein Modellbauer dazu sagen. Leider vermisse ich rund um den Flughafen mehr parkende Autos.

Das Parkhaus selbst ist fast leer, und der Parkplatz vor dem Haupteingang leider ebenso. Ist die Wirtschaftskriese schon bis in die Tiefen meiner bits & bytes der Szenerie vorgedrungen? Die Landung auf der Piste 26 ist schon etwas Besonderes. Wenn man Mum in den Knochen hat, empfiehlt sich auch der circling approach auf die
Piste 08, welche auch bei Fönlage oftmals an die Grenzen des Möglichen der human performance, wie es in der Fliegersprache so schön heisst, geht. Windböen mit bis zu 50 Knoten wirbeln dann im Tal herum und sorgen bei den Passagieren gerne mal für ein weiteres Urlaubsmitbringsel in einer Airline-Tüte! Wenn man auf der 26 gemütlich gelandet ist, biegt man auf den einzigen Taxiway ab und rollt ein paar Meter, um auf einem der Abstellplätze den shutdown einzuleiten. Für nur einen einzigen Credit bekommt man mit dem AES sogar den Vollservice geboten. Der Terminal ist, wie alle anderen Gebäude und Objekte am Flughafen bis ins kleinste Detail Vorbildgetreu nachempfunden worden. Das augenscheinlichste für uns Piloten, das Terminal besticht durch eine gelungene Schärfe und unterschiedlichen Räumlichkeiten,
welche man durch die Fenstertexturen gut erkennen kann. Manche fragen sich vielleicht wo die gelben Striche zur Parkposition geblieben sind. Diese existieren in der Szenerie genausowenig wie in der Realität. Bei viel Verkehr müssen die Bodeneinweiser die Maschinen irgendwie stapeln und schlichten, das sie aussreichend Platz haben. Dieser ist ja nicht nur im Anflug, sondern auch am Boden sehr spärlich. Um den AI Traffic handeln zu können wurden aber, für den User nicht sichtbar, Parkpositionen definiert.

Genug vom Flughafenterminal bewundern, ich nehme mir mal ein Taxi und erkunde Giannis neue Welt. Erster Stop, obligatorisch wenn die Frau oder Freundin mitreist, ist das Einkaufszentrum. Hier findet man alle Geschäfte die Man(n nicht) braucht.

Die erwähnte Autobahn A12 ist momentan staufrei, die angesprochenen Züge rauschen vorbei, und selbst in der Stadt ist einiges los. Über die schön modellierten Brücken fliesst ebenso der Verkehr wie auf der Kranebitter Allee, welche sich genau nördlich der Landebahn befindet. Diese stark befahrene Strasse ist jedoch nicht als solche zu erkennen. Möglicherweise sind die Fototexturen, auf welcher die Szenerie basiert, bei der Aufnahme in einem ungünstigen Licht/Schatten-Moment entstanden.

Nachdem wir uns aber gemächlich wieder auf den Weg zum Flieger begeben wollen, aber noch an der Tankstelle vorbeifahren müssen, wunderten mich die Treibstoffpreise.

Tja, Innsbruck ist ein teures Pflaster, davon habe ich schon oft gehört. Mittlerweile ist es dunkel, und wir begeben uns mit den Touristen wieder auf die Heimreise. Die Nachttexturen sind ebenso perfekt gemacht wie wir es vom Tag gewohnt sind. Auch der Verkehr ist perfekt beleuchtet.

Die Winterszenerie weckt die Vorfreude auf die nächsten Monate. Lange ist es ja nicht mehr hin, bis die nächsten Gäste zum Tiefschneewedeln kommen. Apres Ski ist in dieser schönen Stadt sowieso eine Freude. Aber Vorsicht dann am nächsten Tag. Ihr wisst ja, Christopherus und so.......


Fazit

Gianni hat sich bei jeder Szenerie in Qualität und Perfektion gesteigert, obwohl er mit seinem Erstlingswerk, Salzburg, auf hohem Level eingestiegen ist. Meine Frames lagen nie unter 20 und das obwohl ich alle erdenklichen Schieberegler rechts angenagelt habe. Für mich einmal mehr ein mittleres Wunder, wie er es auch
versteht dies umzusetzen. Der Kaufpreis ist für das Gebotene mehr als fair. Johannes "Gianni" Kimla ist ein neuer Stern am professionellen Flusi-Designer-Himmel, von dem wir uns noch auf viele dieser ausgezeichneten Werke freuen dürfen!

 

Bewertung

Facts & Figures Aerosoft Approaching Innsbruck  
     
Hersteller: Aerosoft Minibild
Preis: 23,95€
Veröffentlichungsdatum: 26.06.2009
Systemanforderungen gemäss Hersteller: Microsoft Flight Simulator 2004 (Version 9.1)
Windows XP / Vista
Pentium 2,6 GHz oder schneller
Min. 1 GB RAM, 2 GB empfohlen
3D Grafikkarte mit mind. 256 MB, empfohlen 512 MB
Download-Größe: 180 MB
Installations-Größe: 560 MB
Link zur Produktseite: Aerosoft Approaching Innsbruck
FS-Version(en): FS2004
   
Pro Contra  
     
- annähernd keine Frameverluste verglichen mit der Standartszenerie

- Umgebung exzelent dargestellt

- Detailverliebtheit welche seinesgleichen sucht

- Kompatibel mit den verfügbaren Landschaftsaddons wie AT Pro und U.T.E
- zu wenig parkende Fahrzeuge auf den Parkplätzen

- Der Segelflugbereich nördlich der Piste ist ein bisschen vernachlässigt worden
 
     
Kriterium Kommentar
Bewertung
     
Kauf, Installation und Einbindung Momentan nur als Download erhältlich, Box wird laut Aerosoft nachgereicht
Handbuch/Beilagen Kurzes aber völlig ausreichendes Handbuch. Original Charts der österreichischen Flugsicherung. Einen Hinweis, wo es noch aktuellere gibt, bekommt man im Handbuch. Besser geht es nicht
Szeneriedesign/Innovationen Eine Szenerie die nicht nur am Flughafen selbst jeden Winkel akkurat nachstellt, auch die nähere Umgebung ist der Realität ausgezeichnet nachempfunden
Texturen Keine verschwommenen Texuren sind auffindbar gewesen. Selbst die Fahrzeuge die nicht unmittelbar vom Airport aus zu sehen sind, wurden gestochen scharf nachempfunden
Animationen Am Vorfeld selbst ist einiges los, die Autobahn und die Strassenzüge der Stadt sowie der Zugverkehr sind eine willkommene Bereicherung
Performance Bei meinem System hatte ich nie unter 20 FPS. Mit der Einstellung, welche im Handbuch empfohlen wird, ist man knapp noch im zweistelligen Bereich. Teilweise sogar über 100FPS sprechen eine deutliche Sprache
Spassbewertung/Langzeitmotivation Die Art des Anflugs, die Komplexivität der Procedures sowie die wunderschöne Umgebung ist seit langem ein Garant, das LOWI immer wieder einen Besuch wert ist. Nun pusht diese Szenerie diese Motivation nochmals nach oben
     
Gesamtbewertung  
     
Auszeichnungen    
Das kleine Design Team rund um Johannes Kimla, welches diese Szenerie als Nebenjob erstellt hat, hat dafür ganze Arbeit geleistet . Ich hoffe das alle Szeneriedesigner nachziehen und die Umwelt künftig ähnlich viel Aufmerksamkeit bekommt.  
 


 

Christian Ebner für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 14.10.2009 | Counter: 3036 Besucher


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