Review: Freeware AFG Caravelle

Am 25. Mai 1955 erhob sich der erste (von zwei) Prototypen der Sud Aviation Caravelle in die Lüfte. Der erste Verkaufserfolg ließ nicht lange auf sich warten, bereits im November des selben Jahres erteilte die Air France einen Auftrag über zwölf Maschinen. Am 6.Mai 1959 wurde die erste Maschine vom Typ Caravelle I in den Liniendienst eingeführt. Bis 1972 wurden 282 Flugzeuge der Typen (Caravell I , IA, III, VI-N, VI-R, VII, 10A, 10B Super Caravelle, 10R, 11R und 12 Super Caravelle) gebaut. Im Folgenden werde ich die bei avsim (wieder) erhältiche Umsetzung der Caravelle 3 von Allied FS Group (oder kurz AFG) für den FS9 unter die Lupe nehmen.
Download, Installation und Handbuch
Verfügbar ist der rund 40 MB große Download in zahlreichen Varianten verschiedener Betreiber. Es gilt zu beachten, dass auch das Panel Design, Funktionsweise und Sprache (!) variieren kann. Die der Review zugrunde liegende Datei gibt es unter folgendem Link: Klick
Die Installation erfolgt unkompliziert und problemfrei mit Hilfe eines Assistenten. Mitgeliefert wird neben dem Aussenmodell, dem Panel und den Sounds auch noch ein ausführliches englisches und französisches Handbuch, welches unbedingt durchgearbeitet werden sollte, bevor man sich ins Cockpit setzt. Checklisten sowie die wichtigsten Performancedaten sind im Kniebrett des FS9 verfügbar.

Model und Animationen
Das Aussenmodell der Caravelle kann sich sehen lassen. Es ist sehr detailliert gestaltet und in hochqualitative Texturen gekleidet, die auch bei näherem Heranzoomen scharf bleiben. Es übersteigt die üblichen Erwartungen an Freeware-Modelle sehr deutlich. Die Proportionen wirken auf mich sehr stimmig. Natürlich dürfen auch realitätsgetreue Gebrauchsspuren nicht fehlen.
Alle erwarteten Animationen (Flaps, Gear, Querruder, Höhenruder, Seitenruder, Speedbrakes) sind überzeugend umgesetzt worden, der Bremsschirm wird – sofern gewünscht ausgefahren und flattert im Wind (sofern es sich nicht um einen Anzeigefehler handelt), verschwindet jedoch nach passieren einer gewissen Geschwindigkeitsmarke wieder sehr abrupt. Auch die Türen lassen sich öffnen.


Das 2D Panel
.... ist sehr detailgetreu umgesetzt worden und kann den von Glascockpit und FMC verwöhnten PC-Piloten schon mal ins Schwitzen bringen. Der klassische „Uhrenladen“ verfügt über zahlreiche Subpanels und ist in Französisch sowie Englisch verfügbar. Es ist einiges an Einarbeitungszeit nötig um die Abläufe im Cockpit einigermaßen flüssig zu beherrschen. Es sollte ebenfalls erwähnt werden, dass 3 Personen nötig waren um die Maschine in der Realität zu steuern. Um den Arbeitsaufwand für den Benutzer (und die Entwickler) zu verringern wurden nicht alle Funktionen des Flight Engineer Panels und anderer Bereiche umgesetzt. Genaueres kann ich hierzu nicht sagen, da ich keine realen Handbücher zur Caravelle finden konnte. Man scheint allerdings viel Wert auf Systemtiefe gelegt zu haben. Der Triebwerksstart kann sowohl mit external Power als auch nur mit den Batterien erfolgen, in letzterem Fall sind einige Knopfdrücke mehr als im Normalfall sowie eine Wartezeit von 4 Minuten nach dem Start des ersten (beziehungsweise des zweiten) Triebwerks, bevor dass zweite Triebwerk gestartet werden kann. So soll die Batterie geschont werden. Der umgang mit der nostalgischen Technik macht nach etwas Einarbeitung Spaß und ist etwas fordernder als das Glascockpit von 737 und co. Damit der – hoffentlich gut vorbereitete – Benutzer nicht am Aufrufen der einzelnen Subpanels über die zahlreichen Clickspots scheitert, können diese über einen weiteren Clickspot provisorisch visuell dargestellt werden. Ein weiteres Subpanel zum Öffnen der Subpanel ist ebenfalls vorhanden (siehe Bild). Das ist vor allem am Anfang ziemlich hilfreich und beeinträtichgt im Normalfall auch nicht das Erscheinungsbild des Panels. Hier könnten sich zahlreiche Paywaredesigner etwas abschauen.
Einziger Kritikpunkt ist, dass sich genanntes Subpanel automatisch beim überfahren eines gewissen Bereiches mit der Maus automatisch – und damit oft ungewollt öffnet. Im inklutdierten Failure-Panel können neben dem Vorprogrammieren simpler Fehler auch Einstellungen zum Status des Flugzeuges gemacht werden. Es kann zwischen einem Cold- und Dark startup und einem „Easy-Start“ gewählt werden. Bei letzterem findet die Caravelle rollbereit mit laufenden Triebwerken und konfigurierten Systemen vor. Im Gegensatz zum Aussenmodell findet man hier keinerlei Gebrauchsspuren. Dass die Besatzungen über die Jahre das Cockpit so gehegt und gepflegt haben kann ich mir nur schwer vorstellen - der eine oder andere kleine Kratzer wäre sicher kein Fehler gewesen.


Flugeigenschaften
Wer hätte das gedacht – ich hatte (noch) keine Gelegenheit eine echte Caravelle zu fliegen und kann die Flugeigenschaften daher nur an den anderen Flugzeugen, die ich bisher im FS geflogen habe messen. Auf mich wirkt das Verhalten der Maschine in allen Lagen sehr ausgeglichen. Sie ist – vergleichbar mit der PMDG 737 oder Level D 767 – leicht zu fliegen. . Die angegeben Geschwindigkeiten werden ohne weiteres erreicht, sanfte Touchdowns gelingen auf Anhieb. Mehr gibt es hierzu eigentlich nicht zu sagen.
Performance
Hier muss ich ein großes Lob an die Autoren aussprechen. Auf meinem sehr erneuerungsbedürftigen System konnten trotz sehr komplexen Szenerien und höchster Grafikeinstellungen Frameraten von rund 20 fps im 2D Cockpit und rund 10 fps beim Außenmodell erreicht werden. Damit übertrifft die Caravelle hier die Standard Cessna 172 aus dem FS9 und damit natürlich auch alle anderen mir bisher bekannten vergleichbaren Add-Ons.
Mein System
Pentium IV 2,99 Ghz
512 MB Ram
256 MB Nvidia GeForce 6200
Sound
Die Geräuschkullisse der Caravelle wirkt auf mich sehr stimmig. Das schrille Pfeifen, wie man es von Jettriebwerken dieser Generation kennt, wurde sehr gut umgesetzt. Die nostalgische Avionik gibt ein ruhiges Surren von sich, das Betätigen der Schalter und Knöpfe erzeugt Geräusche, und auch das Ein-/ Ausfahren von Fahrwerk und Klappen macht sich akkustisch bemerkbar. Zu guter Letzt erfolgen automatisch Callouts beim Passieren der Geschwindigkeitsmarken 80,V1, VR sowie V2.
Fazit
Der einzige Abstrich, den ich bei meinen Probeflügen feststellen konnte ist das fehlende VC. Angesichts des tollen 2D-Panels und Aussenmodells kann man das jedoch verschmerzen. Ansonsten kann ich den rund 40MB großen Freeware-Download jedem uneingeschränkt empfehlen.





Bewertung
| Facts & Figures | Freeware AFG Caravelle | |
| Hersteller: | Freeware | ![]() |
| Preis: | ||
| Veröffentlichungsdatum: | 01.01.2000 | |
| Systemanforderungen gemäss Hersteller: | ||
| Link zur Produktseite: | Freeware AFG Caravelle | |
| FS-Version(en): | FS2004 | |
| Pro | Contra | |
| Kriterium | Kommentar | Bewertung |
| Auszeichnungen | ||
|
||
|
Daniel Novotny für flugsimulation.com | Druckversion | Veröffentlicht am 22.09.2009 | Counter: 2993 Besucher
| Versuch den hier (Swissair Livery), der sollte funktionieren http://library.avsim.net/esearch.php?CatID=fs2004ac&DLID=125738 Viel Spaß! |
| Hi Jungs, Der link nach avsim bekommt mann leider einen error das das file nicht vorhanden ist sehr schade! |